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Spielend im Grünen dem Klimawandel begegnen

Auf einer Fläche von 4.500 qm betreibt der WILA Bonn e.V. die „Grüne Spielstadt“. Anke Valentin ist Geschäftsführerin des WILA Bonn e.V. und erklärt, welchen Beitrag die „Grüne Spielstadt“ zur Klimaanpassung leistet.

WILA Bonn: Was ist die Grüne Spielstadt in Dransdorf und wie wird sie genutzt?

Anke Valentin: Das Gelände muss man sich als Naturerlebnisgelände vorstellen, das stark geprägt ist durch die Weidenbauten, die zur Expo errichtet wurden. Weiden sind sehr schnell wachsend, weshalb sie sich besonders gut eignen, um Skulpturen zu gestalten oder ganze Räume zu schaffen. Es gibt aber auch weitere Anlagen, wie zum Beispiel einen Lehmbackofen, ein Heckenlabyrinth, eine Kräuterspirale und einen Barfußpfad – Dinge, die man sich im eigenen Garten wünscht, wenn er groß genug wäre.

Direkt angrenzend ist der internationale Garten, der ebenfalls in der Trägerschaft des WILA Bonn ist. Einmal im Monat gibt es den offenen Sonntag, der für alle Interessierten offen ist. An den anderen Tagen finden oftmals naturpädagogische Kurse für Kindergärten und Schulen, Kindergeburtstage oder Fortbildungen statt.

WILA Bonn: Inwieweit ist die grüne Spielstadt ein Beitrag zur Klimaanpassung und wie ließe sich die positive Wirkung noch verbessern?

Anke Valentin: Die grüne Spielstadt hat durch die vielen Bäume und Hecken an heißen Sommertagen kühlende Wirkung. Außerdem können sich nachts auf der durchgängig begrünten Fläche die warmen Luftmassen besser abkühlen als auf asphaltierten oder anderweitig stark versiegelten Flächen. Gerade im dicht bebauten Stadtteil Dransdorf ist ein solches Gelände wertvoll zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Wir möchten die Grüne Spielstadt für weitere Nutzungen öffnen. Mit Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sind wir dabei, mit den umliegenden Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen usw. Kooperationen aufzubauen, so dass sie einen einfachen Zugang zur Spielstadt erhalten. Gleichzeitig werden zusätzliche Bildungsangebote geschaffen.

Was die künftigen Maßnahmen zur Klimaanpassung angeht, wäre es wünschenswert, auf dem Gelände die Wasserverdunstung weiter zu erhöhen. Das könnte durch einen Wasserspielbereich oder einen Brunnen erfolgen. Interessant wären auch kleine Regenwasserteiche, die wegen der naturpädagogischen Angebote aber nicht zu tief sein dürften. Das wäre nicht nur eine Maßnahme, um die warmen Sommertage erträglicher zu gestalten, sondern würde auch generell die Attraktivität der Grünen Spielstadt weiter steigern. Ein erster Ansatz in diese Richtung sind die neu angelegten Sumpfbeete im vorderen Bereich unweit des Eingangsbereichs der Spielstadt, die Regenwasser auffangen. Dadurch, dass das Gelände fast ausschließlich ehrenamtlich gepflegt und betrieben wird und nach wie vor im Besitz der Stadt ist, sind uns Grenzen gesetzt, was die Gestaltung angeht. Grundsätzlich sind wir aber bemüht das Gelände weiter in diese Richtung zu optimieren. Klar ist aber auch, dass man hierfür einen langen Atem braucht und vorausschauend planen muss. Da geht es uns nicht anders als all denjenigen, die in dem Bereich aktiv werden möchten.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Die Fragen am 4.1.2018 stellte Holger Wolpensinger für den WILA Bonn e.V.

Weitere Infos und Fotos zur Grünen Spielstadt in Bonn:
www.wilabonn.de/themen/lokal/gruene-spielstadt.html

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